Darum geht's. Ein schneller Überblick:

  • Immer mehr Arten sterben aus
  • Die Biodiversität schrumpft, wenn Arten aussterben
  • Nur mit Artenvielfalt und hoher Biodiversität können die Menschen überleben

Was lässt sich tun, um die Biodiversität zu erhalten und intakte Ökosysteme zu schützen? Was kann jeder Einzelne von uns tun, um die Artenvielfalt zu schützen oder zu verbessern? Welche Ideen hast du? Diskutiere mit in den Foren Umwelt oder Zukunft und entwickele neue Perspektiven!

 

Artenvielfalt sichert unser Leben 

Es scheint grotesk: Viele Arten auf der Erde sind noch gar nicht bekannt und sie sterben aus, bevor wir sie erforscht haben. Biologen haben bislang etwa zwei Millionen Arten beschrieben und klassifiziert. Das klingt viel, doch auf der Erde leben zwischen zehn und 100 Millionen verschiedene Spezies. Und viele davon sind in den letzten Jahren für immer verschwunden. Grund ist die starke Veränderung der Lebensräume, betroffen sind 75 Prozent der Landmasse und zwei Drittel der Meeresökosysteme.

Klar, sagen Viele, aber Entstehen und Vergehen gehört nun Mal zum Leben, es sind schon immer Arten ausgestorben und neue hinzugekommen. Die Dinosaurier zum Beispiel sind verschwunden und dennoch haben sie Nachfahren hinterlassen, wie Vögel und Reptilien. Der Neandertaler ist ausgestorben, der Homa Sapiens aber hat ihn abgelöst. Stimmt. Seit 3,5 Milliarden Jahren gibt es Leben auf der Erde, fünf Mal in dieser Zeit gab es soweit wir wissen ein Massenaussterben. Das letzte Mal war vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier verschwanden. Grund war damals ein Asteroideneinschlag, dessen Folgen das Klima dramatisch veränderte, so dass vielen Arten verschwanden. Ein anderes Mal hatte der CO2-Gehalt der Atmosphäre durch gigantische Vulkanausbrüche und Brände so zugenommen, dass es zum größten Massenaussterben der Erdgeschichte kam – das war vor 252 Millionen Jahren. Damals verschwanden 90 Prozent der Arten im Meer und mindestens 70 Prozent der Spezies an Land.

Das ist lange her, doch die Gefahr für uns, dass wir durch ein Massenaussterben von Arten unsere Lebensgrundlage vernichten, ist hoch. Denn wie bei so vielen Entwicklungen ist auch das Werden und Vergehen in unserer Zeit aus dem Ruder gelaufen. 97.000 Spezies stehen auf der roten Liste gefährdeter Arten, knapp 23.000 sind vom Aussterben bedroht. Das ist nur ein Indikator, denn Forschungen zeigen, dass bei einem Drittel aller Tierarten die Populationen schrumpfen. Betroffen sind Säugetiere, Reptilien, Vögel und Insekten. Mehr als eine Million Arten werden vermutlich in den nächsten Jahren vom Aussterben bedroht sein.  Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) stellt fest, dass die Rate, mit der Arten derzeit aussterben, zehn bis mehrere Hundert Mal größer ist als in den vergangenen zehn Millionen Jahren.

Die Folgen können für die Menschheit dramatisch sein, denn ohne die Vielfalt des Lebens, ohne genetische Vielfalt, können wir kaum überleben. Der Verlust an Biodiversität durch Artensterben und auch schon durch dramatische Verkleinerung von Populationen ist riesig. Jede Art hat in ihrem Ökosystem eine eigene Rolle, die häufig noch gar nicht erforscht oder verstanden ist. Im intakten Ökosystem arbeiten Millionen Arten zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Das ganze Ökosystem reguliert sich selbst und strebt ein Gleichgewicht an. Der Mensch ist ein Teil davon – und der größte Störfaktor, wie sich nun zeigt.

Die Arbeit des Weltbiodiversitätsrates zeigt, dass wir dringend weitere Maßnahmen benötigen, um den Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten. Laut dem Global Biodiversity Outlook der internationalen Biodiversitätskonvention gehen bis zu 70 Prozent des Artenrückgangs an Land auf die Landwirtschaft zurück. Besonders dramatisch sind Rodungen für Plantagen in den Tropen. Deshalb sind die wissenschaftliche Erforschung der Arten und der Ausbau von Schutzgebieten dringend notwendig. Bislang stehen 20 Prozent der Landfläche und 15 Prozent der Meere unter Schutz, allerdings sind diese Schutzgebiete massiv bedroht, denkt man nur an die USA unter Präsident Trump, der massive Schutzgebiete verkleinerte, oder Brasilien unter Präsident Bolsonaro, wo so viel Regenwald wie nie gerodet wird.

Doch auch bei uns scheint dieses wichtige Ziel "Erhalt und Erhöhung der Biodiversität" durch das Thema Klimawandel verdrängt worden zu sein. Lediglich die Themen Insektensterben und Bienensterben konnten größere Aufmerksamkeit erzielen. Was lässt sich tun, um die Biodiversität zu erhalten und intakte Ökosysteme zu schützen? Was kann jeder Einzelne von uns tun, um  die Artenvielfalt zu schützen oder zu verbessern? Welche Ideen hast du?   

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